Einlaufphase

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Was passiert in der Einlaufphase?

Hat man sein Becken gestartet, beginnt eine schwierige Zeit für den frischgebackenen Aquarianer. Diese Zeit bezeichnet man allgemein als Einlaufphase oder Einfahrphase und dies bedeutet, dass verschiedene biologische Prozesse stattfinden, die vereinfacht ausgedrückt am Ende ein biologische Gleichgewicht herstellen, welches es erst möglich macht, ein Meerwasseraquarium zu betreiben.
Das stellt den Neueinsteiger meistens auf eine harte Geduldsprobe. Denn außer Zuschauen bleibt vorerst nichts zu tun.

Wie lange es dauert, bis wir wieder etwas am oder im Becken machen können, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Das sind zum Beispiel der Bodengrund und die Steine. Durch Livesand und viel Lebendgestein wird die Einlaufphase sicherlich etwas verkürzt, denn diese sind schon biologisch aktiv und brauchen nicht erst aktiviert zu werden.

Trotzdem kann niemand genau sagen, wie lange wir warten müssen, bis der erste Besatz möglich ist. Wir werden immer eine Phase mit Kieselalgen bekommen und in den allermeisten Fällen eine mit Fadenalgen. Bis dahin gilt: Ruhe bewahren und Finger aus dem Becken! Das, was gemacht werden kann, ist einmalig die Wasserwerte zu testen. Manche werden jetzt protestieren: Wasserwerte - wo zu denn jetzt schon?

Natürlich spielen die Werte in der ersten Zeit gar keine Rolle, sie verändern sich einfach zu oft, aber:
Gerade als Einsteiger ist es interessant, die Wasserwerte zu kennen. Später werden wir wieder messen und erleben und verstehen somit das erste Mal, was es bedeutet, wenn wir sagen: "Die Werte verändern sich.". Zum anderen lernt man dabei gleich den sicheren Umgang mit den Testlösungen.

Kieselalgen

Eines Morgens stehen wir vor unserem Becken und trauen unseren Augen nicht. Fast der ganze Sandboden und ein Teil der Steine sind mit einem hässlichen braunen Belag überzogen: den Kieselalgen. Sie entstehen durch Silicat, welches immer in unserem Wasser enthalten ist. Wir haben zwar durch unsere Osmose - Anlage vieles herausgefiltert, jedoch verbleiben ca. 15 % des Silicat im Wasser. Auch das ist kein Problem, denn nach einiger Zeit verbraucht sich das Silicat und die Kieselalgen verschwinden nach und nach vollständig. Wir lassen also der Angelegenheit seinen Lauf und beobachten weiter, was passiert.

In diesen Wochen wird das Lebendgestein seinem Namen alle Ehre machen, und wenn wir einmal genau hinschauen, stellen wir fest: da ist doch was auf dem Stein, dass war vorher noch nicht da ?!? Und auf den zweiten Blick werden wir an vielen Stellen beobachten können, es tut sich was. Hier und da spriesst etwas grünes, dort schaut etwas aus der Spalte und da krabbelt doch etwas. Ich erinnere mich noch gut an unser erstes Becken mit Meerwasser. In der Zeit, als es los ging, haben wir uns mehrfach die Nase an der Scheibe plattgedrückt. Ja sogar eine Lupe gekauft, damit man das alles besser beobachten kann.

Im nachhinein kann ich sagen: Das gehört zu den spannendsten Momenten unseres Hobbys, wo doch so viel unbekanntes zu beobachten ist. In den Meerwasser - Foren wird dann auch schon mal ganz stolz ein neuer Bewohner präsentiert, der dann ganz schnell als Glasrose oder Feueranemone (Majano) entlarvt wird. Schreie des Entsetzens mit Hilferufen im Einsteiger - Forum, weil ein gräßliches Monster über den Stein gekrochen ist..... Der arme Borstenwurm kann für sein Aussehen auch nix. All das gehört zur Einlaufphase und ist völlig normal genau wie der nächste Abschnitt.
->siehe auch: Lebendgestein - typische Bewohner

Die Fadenalgen

Grünalge.jpg

In der Zeit, in welcher sich die Bakterien vermehren, ist ein Anstieg von Nitrit und somit auch Nitrat zu verzeichnen. Dadurch finden Algenarten Ihre Grundlage, die allgemein als Faden-bzw. Grünalgen oder als Goldalgen bekannt sind. In manchen Fällen entwickelt sich vor allem die Fadenalge zu einer regelrechten Plage, bei anderen tritt sie weniger auf und manchmal kommt diese erste unerwünschte niedere Alge gar nicht richtig zum Ausbruch. Jedoch gibt es Becken, die völlig von der Alge überwuchert werden. Auch hier gilt es, die Ruhe zu bewahren. Ganz gewiss wird diese Alge auch wieder verschwinden, bei dem einen früher, bei dem anderen später.

Spätestens nach dem Rückgang von Nitrat auf einen halbwegs verträglichen Wert ist so langsam
Caulerpa.jpg
Schluss mit ihr. Hier haben wir allerdings die Möglichkeit, selber unterstützend einzugreifen, um der Fadenalge entgegen zu wirken. Eine andere höhere Alge, und zwar die Caulerpa taxifolia, kann in das Aqaurium gesetzt werden. Man bekommst sie schon häufiger beim Händler oder über andere Aqaurianer. Diese Alge in ausreichender Menge entzieht nach einer Weile der Fadenalge die Nährstoff - Grundlage, so das diese sich nicht mehr vermehren kann und schließlich sogar verschwindet.

Ist der Moment gekommen, so steuern endlich auf das Ende der Einlaufphase zu. Jetzt ist es langsam an der Zeit, erneut die Wasserwerte zu testen. Es dürfen ruhig noch einige Fadenalgen vorhanden sein, wichtig ist jedoch, dass kein Nitrit und kein übermäßig hoher Nitratwert vorhanden ist. Wer sich jetzt noch unsicher ist, kann sich im Forum anmelden und seine Werte bekannt geben. Wir helfen da gerne weiter.
Sind die Wasserwerte in Ordnung, so leiten wir den nächsten Schritt ein: Neue Bewohner ziehen ein. Einsiedler - Krebse und Schnecken sollen uns unterstützen und sich auf die Algen stürzen.

Weiter mit: Aquarium 300L Besatzvorschlag

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